Allgemeine Geschäftsbedingungen

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1. Geltungsbereich

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung der Software Valyr (nachfolgend Dienst), betrieben von Maik Befus, Karlsbader Str. 2, 67346 Speyer (nachfolgend Anbieter). Der Dienst richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, insbesondere Steuerberater, Steuerkanzleien und deren Mitarbeiter. Verbraucherverträge im Sinne des § 13 BGB werden nicht geschlossen.

2. Leistungsbeschreibung

Der Anbieter stellt eine KI-gestützte, DSGVO-konforme Kanzleisoftware als Software-as-a-Service (SaaS) bereit. Der Funktionsumfang umfasst je nach gebuchtem Paket: KI-Assistentin Kiki (Sprachsteuerung und Textbefehle), Dokumentenmanagement mit automatischer Klassifikation (OCR), Rechnungs- und Angebotserstellung, E-Mail-Integration (Gmail, Microsoft 365, IMAP), Kalenderintegration, Mandanten- und Lieferantenverwaltung, DATEV-Export sowie Sprachsynthese (Text-to-Speech).

Der Anbieter ist berechtigt, den Funktionsumfang zu erweitern. Eine Einschränkung wesentlicher Funktionen während der Vertragslaufzeit erfolgt nicht ohne vorherige Information.

3. Vertragsschluss und Registrierung

Der Vertrag kommt durch die Registrierung des Nutzers auf der Website des Anbieters und die Bestätigung der E-Mail-Adresse zustande. Mit der Registrierung akzeptiert der Nutzer diese AGB und die Datenschutzerklärung.

Jeder Nutzer darf nur ein Konto anlegen. Der Nutzer ist verpflichtet, seine Zugangsdaten vertraulich zu behandeln und den Anbieter unverzüglich zu informieren, wenn Dritte Kenntnis von den Zugangsdaten erlangt haben.

4. Preise und Zahlung

Die aktuell gültigen Preise ergeben sich aus der Preisliste auf der Website des Anbieters oder aus einem individuellen Angebot. Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Die Zahlung erfolgt per SEPA-Lastschrift oder Überweisung. Setup-Gebühren werden in zwei Raten fällig: 50 % bei Vertragsschluss, 50 % bei Go-Live. Monatliche Gebühren sind jeweils zum Monatsersten fällig.

Bei Zahlungsverzug von mehr als 14 Tagen ist der Anbieter berechtigt, den Zugang zum Dienst vorübergehend zu sperren.

5. Testphase

Der Anbieter kann Testkunden eine kostenlose oder vergünstigte Testphase anbieten. Während der Testphase gelten diese AGB. Der Anbieter behält sich vor, den Funktionsumfang während der Testphase einzuschränken. Nach Ablauf der Testphase wird das Konto in ein reguläres Abonnement überführt oder deaktiviert.

6. KI-Nutzungsumfang (Token-Budget)

Der im gewählten Paket enthaltene KI-Nutzungsumfang (Token-Budget) ist auf der Website des Anbieters beschrieben. Bei Überschreitung des monatlichen Token-Budgets informiert der Anbieter den Nutzer bei 80 % und 100 % Verbrauch. Zusätzliche Token-Kontingente können über die Software nachgekauft werden. Eine automatische Sperrung bei Überschreitung erfolgt nicht.

Bei dauerhafter erheblicher Überschreitung behält sich der Anbieter vor, den Nutzer auf ein höheres Paket umzustellen oder eine Nachberechnung zum jeweils gültigen Nachkauftarif vorzunehmen.

7. Verfügbarkeit und Support

Der Anbieter strebt eine Verfügbarkeit des Dienstes von 99 % im Monatsmittel an (ausgenommen geplante Wartungsfenster). Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit außerhalb der Geschäftszeiten durchgeführt und vorab angekündigt.

Support erfolgt per E-Mail an maik@valyr.eu. Der Anbieter bemüht sich um eine Reaktionszeit von 24 Stunden an Werktagen.

8. Nutzungsrechte und -pflichten

Der Anbieter räumt dem Nutzer für die Dauer des Vertragsverhältnisses ein einfaches, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Recht zur Nutzung des Dienstes im Rahmen dieser AGB ein.

Der Nutzer verpflichtet sich, den Dienst nicht missbräuchlich zu nutzen, insbesondere keine rechtswidrigen Inhalte hochzuladen, keine automatisierten Zugriffe (Scraping, Bots) durchzuführen, die Sicherheitsmaßnahmen des Dienstes nicht zu umgehen und den Dienst nicht an Dritte weiterzugeben oder Dritten den Zugang zu ermöglichen, sofern diese nicht als Mitarbeiter im Workspace berechtigt sind.

Der Nutzer ist für alle Aktivitäten verantwortlich, die über seinen Workspace erfolgen, einschließlich der Nutzung durch von ihm eingeladene Mitarbeiter.

9. Datenschutz und Auftragsverarbeitung

Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten gemäß der Datenschutzerklärung. Soweit der Nutzer Mandantendaten über den Dienst verarbeitet, handelt der Anbieter als Auftragsverarbeiter gemäß Art. 28 DSGVO. Der Abschluss eines Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV) ist Voraussetzung für die Verarbeitung von Mandantendaten.

Der Nutzer ist als Verantwortlicher im Sinne der DSGVO dafür verantwortlich, dass die Verarbeitung von Mandantendaten über den Dienst rechtmäßig erfolgt.

10. Vertraulichkeit und § 203 StGB

Der Anbieter ist sich bewusst, dass Steuerberater der Verschwiegenheitspflicht nach § 203 StGB und § 57 StBerG unterliegen. Der Anbieter verpflichtet sich, alle im Rahmen der Leistungserbringung zugänglich werdenden Informationen streng vertraulich zu behandeln. Auf Anfrage stellt der Anbieter eine Verpflichtungserklärung nach § 203 Abs. 4 StGB zur Verfügung.

11. Haftung

Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten). In diesem Fall ist die Haftung auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt. Die Haftung für mittelbare Schäden, insbesondere entgangenen Gewinn, ist bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.

Der Anbieter haftet nicht für die inhaltliche Richtigkeit der von der KI generierten Ergebnisse. Der Nutzer ist verpflichtet, KI-generierte Inhalte (insbesondere Rechnungen, Dokumente, steuerliche Auswertungen) vor der Verwendung zu prüfen.

DATEV-Exporte werden auf Basis der vom Nutzer eingegebenen und von der KI verarbeiteten Daten erstellt. Der Nutzer ist verpflichtet, exportierte Daten vor der Übernahme in DATEV auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen.

12. Vertragslaufzeit und Kündigung

Die Mindestvertragslaufzeit ergibt sich aus dem gewählten Paket. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils einen Monat, sofern er nicht mit einer Frist von 14 Tagen zum Ende der jeweiligen Laufzeit gekündigt wird. Die Kündigung bedarf der Textform (E-Mail genügt). Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

Nach Vertragsende wird der Anbieter dem Nutzer die Möglichkeit geben, seine Daten innerhalb von 30 Tagen zu exportieren. Nach Ablauf dieser Frist werden die Daten gelöscht, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.

13. Änderungen der AGB

Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB mit einer Ankündigungsfrist von 30 Tagen zu ändern. Die Änderungen werden dem Nutzer per E-Mail mitgeteilt. Widerspricht der Nutzer nicht innerhalb von 30 Tagen nach Zugang der Mitteilung, gelten die geänderten AGB als akzeptiert. Der Anbieter wird in der Änderungsmitteilung auf die Bedeutung der 30-Tage-Frist, das Widerspruchsrecht und die Rechtsfolgen des Schweigens hinweisen.

14. Schlussbestimmungen

Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist Speyer, sofern der Nutzer Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.

Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt eine Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.

Stand: Juli 2026